Ordis Tube Blog


Alte Dame trifft neuen Amp
14. April 2011, 20:48
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Um was wird es wohl gehen? Um meine neue Gitarre :)

Also, es ist eine Hohner Professional L-75, Baujahr unbekannt, dürfte aber schon länger her sein. Gekauft habe ich sie in einem Gitarrengeschäft in Wien, das speziell auf alte Gitarren spezialisiert ist.

Vollansicht

Optik:

An der Optik ist ganz grundsätzlich nichts zu bemängeln, aber eines ist anzumerken. Bei meiner Hohner wurde der Plek-Schutz entfernt, was mich persönlich freut, denn diese Platte hat mich schon immer bei LPs gestört. Body Daher sind auch zwei Löcher noch vorhanden, in denen früher mal die Schrauben für die Plek-Schutz steckten. Man sieht sie aber erst bei genauerem hinsehen, deswegen ist mir diese kleine Unregelmäßigkeit vollkommen egal. Besonders gut gefällt mir die Rückseite der Gitarre, denn dort kommt das dunkle Holz mit der gleichmäßigen Maserung voll zu Geltung. Schade, dass man die Rückseite nicht oft sieht… komisch.
Natürlich zeigen bei einer solch alten Gitarre auch die Gebrauchsspuren am Lack und an den Mechaniken, aber glücklicherweise sind die meisten Gebrauchsspuren am Lack auf den Außenseiten des Korpus, dort wo manchmal der Gürtel scheuert oder anders den Lack angreift, sodass man sie von vorne nicht sieht.
Ein Detail ist komisch. Eigentlich müsste diese Gitarre auf einem weißen Kunststoffteil das am Gitarrenkopf gleich nach dem Steg angebracht ist eine Typenbezeichnung, also L-75, tragen. Wie dieses Bild zeigt, ist ein schwarzes Kunststoffteil an dessen Stelle vorhanden.
Gitarrenkopf

Daten:

Einfach alles typisch Paula…

Spielverhalten:

Wie man an diesen Fotos sehen kann, ist die Saitenlage recht tief (Foto1, Foto2, Foto3),
sehr leicht zu spielen, was durch die niedrigen Bünde noch positiv verstärkt wird. Die Bünde fühlen sich aber nicht abgespielt an, sondern waren eher schon bei der Produktion so niedrig. Die Rundung des Griffbrettes ist für mich sehr angenehm. Man kann sowohl schnell Läufe als auch komplizierte Akkorde angenehm greifen, ohne dass die Hand mit der Zeit schmerzt. Darüber hinaus kann man die Saitenlage ganz einfach manuell einstellen, indem man die Steghöhe durch die zwei Schrauben verändert. Ganz allgemein dürfte diese Gitarre auch für Einsteiger mit schwachen Händen bestens geeignet sein. Trotzdem darf man die niedrigen Bünde nicht unterschätzen. Der Ton kommt sehr schnell voll zur Geltung und auch Fingertapping oder andere Fingerspielerein gehen sehr leicht von der Hand.

Sound:

Jetzt kommt der schwierigste Teil, denn Klang in Worte zu fassen ist immer schwierig. Was mich sehr gefreut hat, war, dass der Ton sehr direkt aber trotzdem noch weich kommt. Über den Sustain habe ich mehr ehrlich gesagt keine Gedanken gemacht, ich würde einmal sagen, dass der Sustain gut zu meiner Spielweise passt. Die Pickups klingen sehr fett, sehr nach Humbuckern, aber der Hohner Pick-Up ist mir im cleanen etwas zu undifferenziert. Er produziert nicht die durchsetzungsfähigen Höhen, die ich mir von einem Bridge Pick-Up erwartet hätte sondern verwischt etwas. Aber im fetten Brett spielt er seine Stärken aus und hätte mich fast weggeblasen… habe den Amp zurückdrehen müssen. Der Seymour Ducan gefällt mir hingegen im cleanen sehr sehr gut, klingt sehr geil, keinesfalls so wie eine Strat, sondern etwas weicher mit weniger Höhen. Eines haben beide Pick-Ups gemeinsam, der Bass ist sehr stark. Ich weiß nicht, ob das am Holz oder an den Pick-Ups oder an der Hardware liegt, aber im Vergleich zu meinen Abnehmern auf der Epiphone The Dot ist der Bass sehr fett, ohne undifferenziert oder matschig zu wirken. Deswegen sind dropped-D Riffs unglaublich fett! Gefällt mir sehr gut, aber richtig toll wäre eine Bassabsenkung auf der Gitarre statt einer Höhenabsenkung, denn den Seymour Ducan hat eine angenehme Betonung der Höhen, so dass ich diese wahrscheinlich nie drosseln werde.

Die Gitarre fühlt sich bei fast jedem Sound wohl, aber bei High Gain Sounds muss man aufpassen, weil die Saiten die Neigung haben von alleine eine Harmonische zu erzeugen, die dann schon nach einem Flageolettton klingt. Deswegen gehen auch künstliche und natürliche Flageoletttöne unglaublich leicht von der Hand und können ohne großen Aufwand jedes Solo bereichern.

Anmerkungen:

Da es eine recht alte Dame ist, muss sie ein bisschen restauriert werden, denn die Potis sind ziemlich hinüber (kratzen und laufen unrund) und die zwei Tone-Kondensatoren sehen auch schon recht mitgenommen aus. Deswegen will ich die Potis tauschen. Unten sind einige Bilder. So richtig gut sieht das nicht aus. Hier sehe ich Handlungsbedarf.

Hier ein paar Bilder:

Weiter Bilder:

mfg ordi



Vox Excess
7. Januar 2011, 23:45
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Vox Excess – der etwas härtere Amp

Mein neuer Amp (Name: Vox Excess) soll nach langer Zeit meinen gemoddeten AC-30 (alias Fat Toni) ablösen. Mein AC-30 war toll, und wurde auch von vielen anderen befreundeten Gitarristen aufs höchste gelobt. Trotzdem war er für die Musik, die ich spiele, nicht ganz ideal, denn ich habe im laufe der Zeit die „härteren“ Sachen zu schätzen gelernt und dafür ist der AC-30 auch nicht gebaut worden. Deswegen geistert in mir seit ca. zwei Monaten der Gedanke herum, den AC-30 härter zu machen, so wie ich es durch die externen Röhren-Pre-Amps schon versucht habe. Die Ergebnisse waren im Klang meistens toll, aber das Problem mit der Masseschleife über die Netzerdungen konnte ich trotz einigem Aufwand nicht lösen. Deswegen habe ich als Grundgerüsten den AC-30 hergenommen, da und dort Einflüsse von anderen Verstärkern einfließen lassen, und schlussendlich alles in ein Gehäuse gepackt.

Konzept:

Prinzipiell wollte ich am Gehäuse nichts ändern, weil dadurch ein so großer mechanischer Aufwand entstehen würde und ich nach einer Lösung suchte, die sich auch bei den Kosten in Grenzen hielt. Bei meinen „Vollgas“ Test in der Scheune eines befreundeten Gitarristen hat sich herausgestellt, dass der „Clean“ Channel bei höheren Lautstärken wirklich überhaupt nichts kann. So wie ich den Top-Boost Channel immer gespielt habe (alles auf Maximum aufgedreht, und dann mit dem Gitarren Volume-Poti die Verzerrung geregelt) habe ich von Crunch bis himmlisch singenden Clean Sound volle Auswahlgehabt. Besonders um den Clean Sound haben mich die zwei auch anwesenden Gitarristen beneidet. Der eine spielt einen Peavey Classic 50 mit Effektboard (ohhh Gott!) und der andere einen Fender Irgendwas (!!).

Da der Pre-Amp richtig böse ist, soll auch die Endstufe mit dem butterweichem Netzteil für diesen Grad der Verzerrung dementsprechend angepasst werden. Mir ist bis jetzt nicht ganz klar, wieso die Hersteller mit den bekannten High Gain Amps (Marshall, Mesa, etc.) ihre Endstufen mit mehr oder weniger weichem PSU ausrüsten. Bei mörder-Zerre und hohem Pegel ist ein „Sag“ ja vollkommen uninteressant. Bei Blues oder Jazzigen Licks mag es cool sein, aber bei Lead-Riffs definitiv nicht. Denn bei solcher Musik will man straffe Basse und dominante Mitten. Besonders im unteren Frequenzbereich wird die Endstufe weiter ausgesteuert, was bei weichem Netzteil zum „Sag“ führt, also die Verstärkung durch die verminderte Spannung verringert (soweit ich das bis jetzt mitgekriegt habe). Deswegen hat meine Endstufe eine stabilisierte Versorgungsspannung. Diese Schaltung wurde mir von Sven wärmstens empfohlen und funktioniert mit einem Power MosFet und (zu) vielen Zener-Dioden.

Früher war ich der Meinung, dass Halbleiter außer bei der Gleichrichtung
in Vollröhren-Amps nichts zu suchen haben. Tatsächlich sind „reine“
Vollröhrenamps eher die Ausnahme als die Regel, denn so ziemlich alle
gekauften Verstärker benutzen eine Kanalumschaltung oder MIDI oder
sonst irgendwas, und das ist alles mit Halbleitern umgesetzt. Auch MESA
verwendet in den Rectivern dutzende Halbleiter, auch im Signalweg.
So bin ich vom „Puristen“ zum Praktiker geworden. Ich sehen wirklich
keinen Grund warum ich nicht Halbleiter einsetzen sollte, um meine
Klangvorstellungen umzusetzen.

Fundamental wurde auch der Tone Stack geändert. Vom original Vox Tonestack ist nicht mehr viel übrig. Dafür habe ich nun einen Tonestack der hoffentlich bei ordentlichem Brett noch viel mehr rausholen wird, als der alte. Besonders der neue „Mid Gain“ Regler hat sich beim TSC als sehr wirkungsvoll erwiesen. Ich hoffe meine Pläne gehen auf! Da ich nun keinen Platz mehr für das, ohnehin ziemlich nutzlose Bass-Poti, habe, habe ich es einfach durch zwei Widerstände ersetzt die ziemlich genau die Widerstände darstellen, die das Bass Poti auf 12 Uhr hat.

Wie erwartet funktioniert der neue Mid-Regler ganz toll, aber er wird
etwas wirkungslos ab ungefähr 70% – so empfinde ich es auf jeden Fall.
Trotzdem ist er so, wie ich es geplant hatte und er macht richtig Spaß!

Die Tone-Blende ist von der BadHot Cat entliehen, zwar nicht ganz so wie bei diesem Amp aber die Werte der zwei Bauteile stammen von diesem Amp.

Dieses Poti ist so wie der Cut-Regler wirklich zum „Feintunen“ des Sounds
ganz hervorragend, aber fundamentale Klangänderungen kann man sich
nicht erwarten, was auch nicht der Sinn dieses Reglers sein kann.

Darüber hinaus sind alle Sieb-ELKOs vergrößert worden, um die Widerstand dieses Tiefpasses kleiner wählen zu können, um so die Versorungsspannung der Vorstufen zu erhöhen, was bei stark verzerrten Sounds zu merklich hellerem Klang führt (zumindest ist es beim 2204 im Vergleich zum 2203 so). Meiner Meinung nach, wird die Versorungsspannung beim Amp-Modden viel zu sehr unterschätzt. Nicht zu letzt deswegen, weil es schwierig ist diese stark zu verändern.

Also mich hat fast überrauscht wie hoch die Spannung an den Vor-
Stufen ist – Wow… also 350V sind keine Kleinigkeit.

Pläne

Weiter werden folgen, falls nochetwas geändert werden muss!

Löt-History

Nach vielen Konzepten, viel Überarbeitung und Stunden des Grübelns habe ich mich schließlich für eine Version entschieden. Mit der praktischen Umsetzung wurde am 27.12.2010 begonnen. Das Layout für das Pre-Amp Board habe ich diesmal per Hand gezeichnet, weil ich dadurch viel schneller und öfter jeden einzelnen Strich reflektiere und nach besseren Möglichkeiten suche. Beim zweiten Versuch hatte ich das fertige Layout vor mir. Diesmal habe ich auf das Papier die Bauteile gelegt, um ihre Drahtlängen und Maße genau abschätzen zu können. Dieses System hat sich bei mir jedenfalls nun bestens bewährt. Unterm Strich war ich glaube ich auch schneller, weil ich mich nicht mit der Software ärgern musste, sondern einfach Farbstifte und Geo-Dreieck zur Hilfe nahm.

Darüber hinaus war dieser Plan bereits im Maßstab 1:1. Alles Bauteile waren exakt dort eingezeichnet, wo sie später auch hinkommen. Aus dieser Zeichnung ergab sich auch der Bohrplan, den ich nocheinmal extra gezeichnet habe. Auf diesem Plan sind alle Bohrlöcher auf den Millimeter genau eingezeichnet. Das Pre-Amp Board wurde am 29.12.2010 mit einer Standbohrmaschine gebohrt.

Noch kurz zum Layout. Es fällt auf, dass ich diesmal Eyeletts (auf einem 2mm Peritax Board) verwende und diese ermöglichen einem eine ganz neue Art des Layouts. Darüber hinaus ist auch die Masseführung dieses mal eine andere, weil ich die Sieb-ELKOs der einzelnen Stufe immer auf Stufenmasse führe. Nicht wie viele andere, die ein PSU Board haben und diese PSU-Masse dann zur Sternmasse führen. Ich mache es diesesmal anders, so wie es von einem „Meisteramp“ vorexerziert wurde. Ich hoffe mir geliengt es ebenso gut wie meinem Vorbild.

Das Board für die Spannungsstabilisierung kann ich leider noch nicht entwerfen, weil die Bauteile dafür noch nicht aus Deutschland eingetroffen sind. Darüber hinaus muss der MosFet gekühlt werden, was mit einem Kühlkörper realisiert werden wird, den ich (wahrscheinlich) auf der Gehäuseoberseite platzieren werde, da dieser doch recht groß ist und sonst nirgends ins Innere passen würde. Das Board wird auf jeden Fall dort hinkommen, wo beim AC-30 das PSU Board gelegen hat. Was auch ganz logisch ist, weil vom dort die Zwei-Wege Diodengleichrichtung vom Netztrafo kommt.

Am 6.1.2011 habe ich das Board für die Spannungsstabilisierung gebohrt, bestückt und ins Gehäuse eingesetzt. Ich habe dabei das selbe System für Planung und Umsetzung angewandt, wie beim Maindboard.

Am 29.12. habe ich das gesammte „Mainboard“, also das Board für alle Bauteile des Pre-Amps und des Phasendrehers angefertigt. Die Löcher habe ich mit einer Standbohrmaschine (3mm Löcher) gebohrt, dann noch etwas mit einem Senker vergrößert und schließlich mit einem kleinen Eyelettstacking Werkzeug die Eyeletts platziert. Insgesamt habe ich dafür zwei Stunden gebraucht.
Danach habe ich alle Bauteile angeordnet und schließlich mit den Kabeln verlötet. Das hat ganz schön lange gedauert bis schließlich alle Kabeln so kurz wie möglich waren und alle Bauteile sauber angelötet waren. Danach habe ich das Board ins Gehäuse gesetzt und die Kabeln an die Potis und Röhrensockel festgelötet. Dabei sind mir zwei kleinere Fehler am Layout aufgefallen… ich habe am Layout vergessen die Verbindung zwischen Kathodenwiderstand der Anoden-Basis-Schaltung und dem ersten Kondensator des Tone Stacks einzuzeichnen. Darüber hinaus war die Masseverbindung des Tone und Gain Potis falsch eingezeichnet. Nun liegt sich am richtigen Massepunkt. Insgesammt war es ein sehr konstruktiver Tag. Wenn nun endlich die Teile zwei Elektronikshops kommen, dann kann ich den Amp in ca. vier bis fünf Stunden fertig zusammenbauen. Und dann wird’s spannend!

Als dann alles angekommen war, fuhr ich fort. Es hatte zwar etwas länger als vier bis fünf Stunden gedauert, bis der Amp betriebsfähig war, aber das lang an mehreren Faktoren.

1)   Ich hatte festgestellt, dass mein Multimeter kaputt ist.

2)   Ich hatte kein Lastkabel für den Speaker… keine Ahnung wo das hinverschwunden ist. Deswegen habe ich mir eines aus einem dicken etwas älterem Kupferkabel gebaut.

3)   Ich habe festgestellt, dass ein Bauteil fehlte, nämlich eine ZD15 Zener-Diode für den MosFET. Deswegen musste ich diese noch schnell kaufen.

Der Amp funktionierte auf Anhieb. Da das alte Multimeter kaputt war, wunderte ich mich, dass an den Anoden 550V anliegen… und der Netztrafo lieferte angeblich 360V statt 275V und die Netzspannung lag nicht bei 230V sonder 330V… naja. Neues Multimeter geholt und alles hat auf einmal gepasst.

Am 15.1.2011 habe ich das letzte Stück des Peritax Boards verbaut, um den Spannungsteile für die hochgelegte Heizung unterzubringen. Dabei habe ich auch gleich den Kathodenwiderstand und den Kathodenkondensator der Endstufe mit aufs Board gepackt. Nun ist die ganze Platte (500x80x2mm) verbaut. Am Bausystem habe ich nichts verändert.
An diesem Tag habe außerdem die Mods für „bessere“ Bässe gemacht und den Widerstand des letzten RC-Gliedes der V1a und V1b auf 10k getauscht. Nun liegt die Spannung bei 343V und der ELKO hat eine Spannungsfestigkeit von 350V. Eigentlich ideal, aber nächstes mal (falls es so einen Fall gibt) werde ich wohl auf einen mit 500V setzen, um einfach mehr Reserven zu haben und um auf der sicheren Seite zu sein.

Sound und Mods

Der Sound war ca. so wie ich erwartet hatte. Fette Zerre, fette Bässe und durchsetzungsfähige Mitten mit dominanten Höhenanteil. Aber die fetten Bässe waren nicht so schön wie erwartet, weil sie doch ziemlich stark verzerrt waren, und das tönte nicht so schön. Deswegen habe ich den Kathodenkondensator der zweiten Stufe von 10u auf 0,1u verkleinert, der das Problem schon ziemlich in den Griff bekam. Aber ich werde – glaube ich – noch den Kathodenkondensator der ersten Stufe auf 0,1u tauschen und am Volume Poti einen Widerstand in Serie schalten, weil die Verzerrung sonst zu obszön wird.

Aber mein Herz schlug „leicht“ schneller, als ich bemerkte, dass ich mein wichtigstes Sound-Ziel perfekt erreicht habe. Ich wollte nämlich die volle Kontrolle über den Grad der Verzerrung über das Gitarren-Volume Poti haben, ohne Einbußen an Brillianz oder Dominanz des Tones hinnehmen zu  müssen. Das ist mir PERFEKT gelungen. Wenn ich das Volume und das Gain Poti auf 13 aufdrehe, dann klingt es folgendermaßen:

  • Gitarren-Poti (Mittlerer Pickup, Fender Strat, Tone Poti auf 8):
    • 1 – 2 „flüsternd“
    • 3 – 4 himmlischer Clean Sound
    • 5 – 6 dirty Blues Sound
    • 7 – 10 fettes Brett

Noch besser gefällt mir der Klang vom Bridge Pick-Up. Dieser Sound erinnert mich wirklich an Blues und Eric Clapton, und wenn man weiter aufdreht dann machts wums.

Eines verdient noch etwas Beachtung, nämlich die Nebengeräusche. Aus irgendeinen Grund hatte ich von Anfang an kein abgeschirmtes Kabel für die Zuleitung der V1 genutzt. Keine Ahnung warum. Als ich dann feststellte, dass 80% der Nebengeräusche aus der V1 kommen, habe ich ein abgeschirmtes Kabel verbaut und so 80% der Nebengeräusche eliminiert. Mir ist klar, dass bei so einem high-gain Amp die Nebengeräusche nicht zu vermeiden sind, aber ich werde trotzdem versuchen, die Nebengeräusche noch etwas zu verringern.
Da die maximale Uf/k Spannung des Kathodenfolgers weit überschritten wurde, war ich gezwungen die Heizung hochzulegen. Ich denke, dass auch dieser Schritt die Nebengeräusche nochmal reduziert hat. Unterm Strich brummt und rauscht der Amp jetzt nach allen Verbesserungen nochmal um 75% weniger. Wenn ich mit meiner Gitarre weit genug von den Transformatoren weg bin, dann sind die Nebengeräusche auch bei ganz cleanem Sound absolut nicht zu hören. Erst wenn man die Gitarre stumm schaltet hört man ein leichtes Rauschen, das viel leiser ist als bei den vier gekauften Amps von bekannten Verstärkerschmieden, die ich genau kenne.

Nach dem Einbau der Mods war ich einmal kurz über den Sound verwundert. Irgendwie war er so anders, dass ich den Amp kaum wieder erkannte. Auf einmal waren die Bässe fett und clean und die Höhen doch sehr dominant und fast schrill. Erst als ich mehrere Riffs gespielt habe und mehrere Pick-Up Einstellungen meiner Gitarre ausprobiert hatte, entschied ich, dass der Sound nahezu perfekt ist. Nur war der Höhenanteil zuerst äußerst schrill, aber ich habe ja schließlich nicht umsonst drei verschiedene Möglichkeiten die Höhen zu dämpfen. Nach kurzer Korrektur mit den Potis war der Sound dann richtig geil.

Bilder

Feintung – meine Ideen und die Umsetzung

Während ich nicht zu Hause war, blieb mir einige Zeit nachzudenken und dabei sind mir einige Dinge aufgefallen in Bezug auf das Design des Amps.
1) Am Kathodenfolger (V2b) wird die maximale Uf/k Spannung WEIT (!!!) überschritten. Um dieses Problem zu beheben werde ich die Heizung hochlegen. Dazu gibt es eher wenige Beispiele, aber die Umsetzung ist denkbar einfach. Mit zwei Widerständen und einem Kondensator ist die Sache erledigt (hoffentlich)…

2) Ich muss den Pre-Amp zügeln. Um das zu erreichen werde ich auf wahrscheinlich auf eine Marshall 2204 Schaltung zurückgreifen (470k mit 500p parallel). Das müsste auch die Bässe absenken, was ich auch beabsichtige. Darüber hinaus wird der Kathodenkondensator der ersten Stufe um den Faktor 10 verkleinert und der „Bright“-Kondensator des Volume Reglers auf 500p erhöht. Ich werde auch probeweise mal ne 12AU7/ECC82 statt der ECC83 im PI testen. Vielleicht klingt’s ja besser – mal sehen.

3) Der Sieb-ELKO für die V1a und V1b wird um 2V „überlastet“. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das wirklich ein Problem ist, das einer Änderung bedarf. Vielleicht ändere ich den Widerstand vor dem ELKO auf 10k oder 8k, falls ich diesen Wert zu Hause habe. Damit wird auch die Siebung besser und vielleicht werden dadurch auch Nebengeräusche reduziert.

4) Ich habe den Schaltplan mit den genauen Werten jedes Bauteils ergänzt (betrifft besonders die Widerstände in der Siebkette).

Umsetzung des Feintunings:

1) Hat super funktioniert. Dafür habe ich aber ein zusätzliches Board einbauen müssen, aber das sieht auch ganz gut aus. Damit ist jetzt das ganze 500x80mm Board verbaut.

2) Ich habe 470k mit 500p am Volume Poti verbaut und habe dann keinen Bedarf mehr an Bassabsenkung gesehen weil ich zusätzlich den „Bright-Kondensator“ von 250p auf 500p erhöht habe. Das reicht vollkommen aus. Die ECC82 habe ich noch nicht getestet.

3) Ich habe den Widerstand ausgetauscht und siehe da, die Spannung sinkt auf 342V. Ideal!

Bilder des fertigen Amps:

So – ich bin jetzt erleichtert und gleichzeitig etwas frustriert, dass nun das größte und beste Ampprojekt fertig ist, das ich je in Angriff genommen habe. Jetzt muss noch ein ordentliches Holzchassis her, dass mein Bruder hoffentlich mit einer CNC machen kann. Zur Zeit hackt es noch an der Programmierung für abgerundete Kanten. Ich bin mir aber sicher, dass wir das noch hinbekommen und dass schlussendlich ein schönes Gehäuse zu Stande kommt.

Have fun!

mfg ordi



FBA Update
25. September 2010, 13:18
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Hi Tubefans!

Wer meinen Blog hin und wieder besucht wird wohl meinen FBA Thread gesehen haben und vielleicht auch die ein oder andere Stelle gelesen haben. Eine Fachbereichsarbeit (der Wikipediaartikel beschreibt die gesetzlichen Aspekte, aber in meiner Schule wurden höhere Anforderungen gestellt; kurz FBA) ist ein Teil der Matura, die in einem Fach verfasst wird und die dann auch während der mündlichen Matura erwähnt bzw. abgeprüft wird.

Ich habe meine Arbeit aufgrund guter Zusprache meines Betreuungslehrers bei zwei Wettbewerben eingereicht und bei beiden den 1. Preis gewonnen. Besonders zu erwähnen ist natürlich der Gewinn beim Dr. Hans Riegel – Fachpreis, weil dieser mit bis zu 600€ dotiert ist. Ich kann mich freuen :)

Bilder des Young Scientist Awardes des Landes Oberösterreich: Hier
Dieser Preis wird vom Landesschulrat Oberösterreich für besondere (vor)-wissenschaftliche Arbeiten und für Leistungen bei Wettbewerben (z.B. Mathematik Olympiade etc.) vergeben.

Bilder der Verleihung des Dr. Hans Riegel – Fachpreises an der Johannes Kepler Universität (JKU) in Linz an der Donau: Hier
Ihr müsst euch unbedingt die anderen Themen ansehen, ganz unten auf den zwei Seite. Da gibt’s schon ein paar ordentliche „freakig“ Themenbereiche!
Dieser Preis wird von der Kaiserschild Stiftung vergeben, der ursprünglich nur an Deutschen Universitäten vergeben wurde, aber seit 2010 auch an der JKU vergeben wird, als einzige Universität Österreichs, soweit mir das bekannt ist.

So weit, so gut! Viel Spaß noch.

mfg ordi



Codename Jethro
14. Juli 2010, 11:24
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Hallo Tubefans!

Ich werd bald Student und ich brauche einen süßen Zimmeramp. Ich habe ja schon viel gebastelt und so und deswegen habe ich so einiges an Bauteilen zu Hause liegen. Deswegen wollte ich schon länger eine ordentliche Vorstufe (von Marshall) mit der tt-sam Endstufe vereinen (es gibt da schon zwei tolle Threads im Forum über „Mini800er“).

Edit: nach einigen Diskussion habe ich mich jetzt doch auf den mini800er festgelegt

Zu den Röhren:
V1) JJ ECC83 V1 selekted von Dirk
V2) JJ ECC83 Balanced selekted von Dirk (hab keine andere da Grin )
V3) JJ EL84

Zum Layout:
Die Dimensionen stimmen ziemlich genau (zB. Abstand Sockel-Gehäuse, Größe des Boards, Lage der Potis, etc.). Also Input Buchse kommt nicht so eine schwarze geschaltete (wie die Ausgänge für die Box) zum Einsatz, sondern so eine aus Metall (ich weiß jetzt nicht wie sie heißen).

folgendes ist nicht mehr aktuell

Nun wollte ich aber mal was neues bauen und bin auf das gestoßen:

Hab mir gedacht, das wäre doch interessant, und schließlich habe ich mich für diese Schaltung aus folgenden Gründen entschieden:
1) sie ist für niedrigere Spannungen ausgelegt. Das Netzteil wird so 270V liefern, 235V sind vorgesehen
2) die erste Stufe ist so interessant und ich möchte wissen wie so etwas klingt
3) vier Trioden schauen mal grob gesagt nach HighGain aus, genau das was ich will und brauche
4) umfangreiche Einstellmöglichkeiten
5) es hat möglicherweise noch niemand so gebaut

Ich hab mal den Schaltplan hier und da etwas verändert…

…und ein Layout gezeichnet

Zum Schaltplan:
Ich habe den „Edge“ Regler erst nach der V3 eingebaut, da sonst das Layout nicht so schön wäre. Ich hab da lange hin und her probiert und verbleibe jetzt dabei.
Ich weiß nicht, ob es wirklich ratsam ist der ersten Stufe keinen Kathodenwiderstand zu spendieren. Deswegen habe ich im Layout „vorgesorgt“ und Platz gelassen für einen Widerstand.
Die Spannungsteiler habe ich meistens „verdreht“ für mehr Gain, denn weniger Gain kann ich immernoch mit dem Gain-Reglern einstellen… mehr Gain wird schwieriger.

[...]
Nur, damit alles klar ist:
1) SG = Starground. Also überall wo „SG“ steht wird ein Kabel zum Starground verlegt.
2) rot = HV Kabel
3) blaut = Kathodenzuleitungen
4) türkies = signalführende Leitungen
5) grün = Masseleitungen

Dann gehts mal ans basteln!

mfg ordi



Hybrid Booster
15. Mai 2010, 16:17
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Da ich jetzt wieder Zeit habe kann ich mich meinem Hobby widmen. Das neue Projekt heißt „Hybrid Booster“.

Zur Geschichte:

Ich habe bis jetzt ja einige Pre-Amps und Booster gebaut. Der Marshall-Pre-Amp ist zum Beispiel aus Zeitmangel nie in die RC Phase gekommen. Der EF86 Booster zum Anheizen des AC-30 war sehr geil, aber die Tiefmitten waren viel zu dominant und das Brummen und Rauschen, das sehr gering war, wurde aber von den Vorstufen des AC-30 zu einem unangenehmen Nebengeräusch verstärkt. Deswegen ist das Wichtigste bei diesem Booster: Nebengeräuschfreiheit!

Das Konzept:

Um die Nachteile des EF86 Boosters wett zu machen habe ich mich entschlossen auf jeden Fall irgendeine Klangregelung einzubauen. Am Anfang dachte ich an die Marshall „Tone“ Regelung, dann an eine schaltbare passive Klangregelung. Nun bin ich bei einem ganz anderen Konzept. Jetzt ist eine aktive durch einen OP gepufferte Marshall Klangregelung vorgesehen. Der OP „verhindert“ also dass die eigentlich passive Klangregelung das Signal um viele dB dämpft. Die OP Schaltung ist von TubeTown entliehen, kann hier auch bei TT bestellt werden und hier sind die Infos dazu.
Von der Klangregelung, die an erster Stelle steht, gehts weiter zum zweistufigen Banana Booster, ebenfalls von TT (siehe hier), der nun das Signal so anfettet, dass der AC-30 dann ordentlich abgeht! Wie man vielleicht schon bemerkt haben könnte, handelt es sich bei diesem Projekt um ein rein Low Voltage (LoV) Projekt, mein erstes dieser Art.

Schaltpläne:

  • Version2
  • Version3
    (wie man sehen kann hat sich am Konzept das eine und andere geändert. Details siehe Diskussion)
  • Version4 (aktuell)
    (Das Konzept hat sich nochmals geändert – Details siehe Diskussion)
  • Version5 (möglicherweise)
    (es geht hauptsächlich um die ideale Anordnung der Schaltungen)
  • Version5.1 (möglicherweise)
    Jetzt ist der OP nicht als Verstärker sondern als Impedanzwandler (Puffer) geschaltet)
  • RC1
    Der OP ist nun fix zwischen Röhrenbooster und Equalizer um diesen niederohmig anzusteuern.
  • RC1.1 (Koppelkondensator nach P9 hat gefehlt)
  • RC2
    • Neues Konzept:
      Der Banana Booster soll einmal das tun, wozu er gebaut ist, nämlich verstärken und ganz leicht übersteuern. Danach kommt das Signal zum OP, der das Signal wieder verstärkt und dann den Tonestack (ich verwende nicht den originalen Tonestack, weil ich Teile verbauen will, die schon lange zu Hause herumliegen) niederohmig ansteuert. Ich habe die Versorgungsspannung von 12.6V auf ca. 22V erhöhen müssen, da der OP sonst ziemlich stark clippen würde. Durch die höhere Spannung kann er weiter aussteuern. Ich muss erst testen, wieviel „boost“ aus der Schaltung dann tatsächlich herauskommt. Möglicherweise muss ich noch einen OP Verstärker nach dem Tonestack schalten, um auf ca. 23dB (mein EF86 hat so viel Verstärkung gehabt und ich will wieder ungefähr auf diesen Wert kommen) Verstärkung am Ausgang zu kommen.

Die Diskussion findet hier statt.

Bilder, Baubericht und anderes Material wird während der nächsten Wochen noch nachgereicht.

mfg ordi

Aktualisierung 14. Juli: Leider konnte ich dieses Projekt bis heute aus Zeitmangel nicht verwirkliche. Wenn jemand das Ding mal baut, dann wäre eine Rückmeldung an mich ganz toll :)



Tube-Shooting
24. April 2010, 19:00
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Hey!

Ich bekomme aus aktuellem Anlass (nicht das Tube-shooting, aber was anderes) RICHTIG Lust auf die moderne digital Fotografie, da ein Freund eine fast Profi-Ausrüstung hat und auch ordentlich kompentent auf dem Gebiet der Digitalfotografie ist. Daher hab ich mich überreden lassen mir auch um mein Erspartes eine digitale Spiegelreflex Kamera zu kaufen mit Bereich high-midrange, wenn man das so sagen kann.

Den definitiven Entschluss fasste ich heute, als ich meinen Verstärker Fat-Toni einem kleinen Fotoshooting unterzog, also nicht den ganzen sondern nur die Röhren, was sonst? Hier ist das Ergebnis:

  • Bild1 (GZ34)
  • Bild2 (EL84 Endstufen)
  • Bild3 (EL84 und ECC83)
  • Bild4 (etwas besser als Bild3)
  • Bild5 (Makrostudie einer JJ EL84)

Vielen Dank an Mark, der mir seine Kamera geborgt hat und eigentlich auch die Bilder gemacht hat… ich war wiedermal der Schüler :D

mfg ordi

PS: Wenn ich meine eigene Ausrüstung habe, dann werde weitere folgen, hoffentlich auch von den etwas „fetteren“ Röhre, hab nämlich ne 6550 zu Hause, mal sehen mit welchen Transformator ich sie beheizen kann…



Fachbereichsarbeit: Alte Technik in modernen Verstärkern – Elektronenröhren in Gitarrenverstärkern
21. April 2010, 10:03
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Nach langer und harter Arbeit ist meine Fachbereichsarbeit als Teil der Matura endlich fertig. Sie wurde von meinem PH Lehrer und vom Zweitleser mit „Sehr Gut“ bewertet und es wurde mir nahegelegt an zwei Wettbewerben von Fachbereichsarbeiten teilzunehmen, da die Arbeit weitab von „Standardthemen“ sich einem sehr interessanten und vor allem praktischen Thema widmet.

Da die Arbeit nun offiziell bewertet und veröffentlich ist, habe ich jetzt auch die Möglichkeit sie hier zu veröffentlichen:

Viel Spaß damit und beachtet bitte das Copyright, sonst bekomme auch ich Probleme.

Ich freue mich, dass ich es jetzt hinter mir habe. Nach der Matura kann ich mich dann wieder dem Amp-bastlen widmen.

mfg Alex



How to illustrate tube overdrive
11. März 2010, 19:13
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Am 24.2. wurden Messungen mit einem Oszilloskop und einem Signalgenerator der Schule am AC-30 durchgeführt.

  • Clipping V1 zeigt den Spannungsverlauf an R47. Man kann ganz deutlich das typische einseitige Röhren-Clipping erkennen. Besonders wichtig sind die runden Kanten, die den Klang sehr angenehm für das Ohr machen.
    • Der Sound ist sehr clean. Auch der „Clean Kanal“ ist gleich aufgebaut und dieser zerrt nur auf „vollgas“.
  • Top-Boost1: Dieser Spannungsverlauf liegt am Ausgang des Top-Boost-Kanals an, wenn das Volume-Poti auf „Anschlag“ steht. Das Signal hat eine Amplitude von ungefähr 70V, bei einer Eingangsspannung von 1V.
  • Top-Boost2 verdeutlicht den Spannungsverlauf noch einmal, da auch der Signalgenerator abgebildet ist.
    • Der Sound ist schon verzerrt, geht in Richtung Crunch, aber vom „Metallica-Sound“ sind wir mehr als weit entfernt. Er ist ideal für blues und für spontane Improvisationen.
  • Top-Boost3 zeigt den Spannungsverlauf bei weniger aufgedrehtem Volume-Poti (klingt fast clean)
  • Tonestack1 zeigt den Spannungsverlauf an C11 (Standard Poti Einstellung)
  • Tonestack2 zeigt den Spannungsverlauf an C12 (Standard Poti Einstellung)
  • Tonestack3 zeigt den Spannungsverlauf an C11, wenn das Treble-Poti ganz aufgedreht, das Bass-Poti aber ganz zugedreht ist.
  • PI1 und PI2 zeigen die Spannung nach dem Phasendreher bei kleiner Ausgangsspannung des Top-Boost Kanals (Volume bei ca. 50%).
  • PI3 und PI4 zeigen den Spannungsverlauf nach dem Phasendreher bei voll aufgedrehtem Volume-Poti des Top-Boost Kanals.
  • Edit: Phasendreher bei nicht ganz aufgedrehtem Top Boost Signal. Man achte auf die unsymmetrie!
    Pic1, Pic2

Die Messung zeigt die gewollte Verzerrung des Sinussignals ganz deutlich. Verblüffend war aber, dass der PI doch recht stark verzerrt, was von mir nicht so erwartet wurde. Man beachte die nicht perfekt phasengedrehten Signale!

Die Bauteilangaben beziehen sich auf meine Version des AC-30. Schematic nochmal hier!

Viel Spaß. Diskussion hier. Leider habe ich keine Messungen mit dem Booster (also Booster + AC-30) machen können, da er wegen einer kleinen Verbesserung gerade nicht einsetzbar war.

mfg ordi



Pre-Amp v2: Marshall aufgebohrt mit 25mm Bohrer
17. Februar 2010, 23:20
Einsortiert unter: Tube Stuff

Da mein erster pre-amp alles andere als Ideal war (Anlaufstrom und extremes einsetiges clipping in der V2), baute ich ihn fundamental um. Statt eines selbst gebastelten zwei-stufigen Vorverstärkers wurde ins gleiche Gehäuse ein vier-stufier Marshall 2203 pre-amp (modifiziert) und ein EF86 Kanal pre-amp (booster) eingebaut.

Der Booster (EF86 als Kathoden-Basis-Schaltung) funktioniert einwandfrei. Der Trioden/Pentoden-Schalter wurde aber aus layouttechnischen Gründen weggelassen. Um das Ausgangssignal deutlich zu verringern wurde in Serie mit dem Koppelkondensator ein 680k Widerstand eingelötet. Nun kann man die Lautstärke wesentlich einfacher regeln, die jetzt auch nicht mehr so extrem angehoben wird, wie es vorher der Fall war. Wie auch schon in der ersten Version des pre-amps ist dieser Kanal zuschaltbar.

Als Netzteil kommt wieder das tt-sam Netzteil mit einem Ringkerntransformator (sek 200V) zum Einsatz.

Als Röhren sind 2x JJ ECC83 verbaut (einmal eine V1 selektierte und eine „Balance“ selektierte)

Schaltplan
vorläufiges Layout
verbessertes Layout

Modifikationen:

  • Kathodenwiderstand der V1 von 2k2 auf 1k5 (mehr Übersteuerung)
  • Kathodenwiderstand V2 von 10k auf 1k5 (viel mehr Übersteuerung)
  • R9 (Spannungsteiler nach der V2) von 470k auf 680k (mehr gain)
  • Statt eines Bass-Poti im Tonestack habe ich einen festen Widerstand (470k) eingebaut

Der Sound ist wirklich gut. Sehr cremige Übersteuerung, perfekt für härtere Sachen (-> Metallica).

Probleme:

Die V1 rauscht unverhältnismäßig stark. Wenn man das Gain Poti (nach der V1) abdreht, ist das Rauschen und Brummen kaum mehr zu hören. Möglicherweise handelt es sich um ein „Masse-Problem“.

Updates werden kommen!

Pre-Amp v2:

Schematic neu

Layout neu



Mein AC-30: Fat Toni is alive!
24. Januar 2010, 20:36
Einsortiert unter: Tube Stuff

Mein Vox AC-30 Nachbau:

Wenn ich schon eine Fachbereichsarbeit über Gitarren-Röhrenverstärker schreibe, muss natürlich auch ein selbstgebauter Amp her. Der Entschluss viel auf den Vox AC-30, einen der berühmtesten Bühnenverstärker überhaupt.

Als Basis und Vorbild nahm den AC-30 Nachbau von Martin Winterfeld.

Zur Schaltung:

Der Vox AC-30 ist ein 30 Watt Vollröhrenverstärker (Schematic mit den Mods), der mit der Zeit immer weiter entwickelt wurde. Er ist eine Weiterentwicklung des AC-15, der mit seinen mageren 15 Watt für größere Säle hoffnungslos unterdimensioniert ist. Deswegen wurde beim AC-30 die Leistung verdoppelt und somit war er ausreichend leistungsfähig. Der original AC-30 hat drei Kanäle, Clean, Top-Boost und Vibrato. Mein Nachbau hat auch drei Kanäle, nämlich Clean (mit erweiterter Klangregelung), Top-Boost (modifiziert) und einen Line-In, der es ermöglicht mit einem ausreichend starken Eingangssignal direkt die Endstufen zu befeuern. Der Vibrato Kanal wurde weggelassen, da dieser aufwendig zu bauen ist und auch kaum verwendet wird.

  • Der Clean Kanal:
    Wie der Name schon sagt, ist dieser Kanal dazu da, das Gitarrensignal möglichst unverfälscht zu verstärken. Deswegen ist er mit nur einer Triode bestückt. Im original Schaltplan ist nur ein „Volume“ – Poti vorgesehen (ein Regler, mit dem man die Lautstärke regeln kann) als keine zusätzliche Klangregelung. Deswegen wurde von Martin Winterfeld die „Tone-Blende“ von dem berühmten 18-Watt Marshall eingebaut. Diese verlustarme Tonregelung ermöglicht eine Betonung der Bässe bzw. der Höhen.
  • Der Top-Boost Kanal:
    Dieser Kanal machte den AC-30 berühmt. Er ist alles andere als ein Clean-Kanal, weil er so konzipiert ist, dass das Eingangssignal absichtlich verzerrt wird. Er besteht aus zwei hinter einander folgenden Kathoden-Basis-Schaltungen mit einer Anoden-Basis-Schaltung als Ausgangsstufe mit folgendem Vox Tone-Stack. Zwischen den ersten zwei Stufe ist im original Schaltplan das „Volume“ – Poti angebracht, mit dem man den Grad der Verzerrung, als den Grad der Übersteuerung der folgenden Stufen, regeln kann. Somit kann man zwar die Verzerrung des Kanals genau dosieren, nicht aber die Ausgangslautstärke, was nach meinem Geschmack zu einer gestörten Balance zwischen Clean und Top-Boost Kanal führt. Deswegen wurde dieser Kanal von mir in folgenden Punkte modifiziert:

    • Das „Volume“ – Poti wurde durch einen festen Spannungsteiler ersetzt. Dadurch hat man keinen direkten Einfluss mehr auf die Verzerrung, diese kann aber mit dem Gitarren Volume – Poti nachgebessert werden, was besonders von den professionellen Gitarristen bevorzugt wird, da man bei Auftritten so viel eleganter spielen kann. Um die originale Grenzfrequenz nicht zu verändern musste der Koppelkondensator getauscht werden. Dieses Potentiometer wurde stattdessen nach dem Tone-Stack als richtiges Volume-Poti angebracht, mit dem man nun die Lautstärke des Kanals angenehm regeln kann.
      Darüber hinaus ist der Kondensator C6 (siehe Schaltplan) nun schaltbar, was zu einer Anhebung der Höhen führt, da nun Frequenzen, die höher als die Grenzfrequenz sind, nun nicht mehr über den Spannungsteiler sondern direkt über den Kondensator fließen können.
      Beim Tone-Stack wurde R19 geändert, was zu einer Anhebung der Mitten führt. Die Abbildung (klick mich) verdeutlicht den Unterschied durch diese Anpassung des Frequenzganges (rot – original Werte, grün – modifizierte Werte). Diese Anpassung wurde wegen meinem Musikgeschmack nötig, da es dem Klang des Kanals an vielen Stellen von vielen Songs eindeutig an Biss fehlte.
    • Line-In:
      Dies ist nicht wirklich ein eigenständiger Kanal, sondern ist viel mehr ein direkter Eingang zu den Endstufen bzw. dem Phasendreher, um mit meinem selbst gebauten Röhren Pre-Amp direkt die Endstufen speisen zu können. Diese kleine Modifikation hat sich als äußerst wirksam und elegant erwiesen.

Alle drei Kanäle münden in den Phasendreher, in dem eine ECC83 in einer Differenzverstärker-Schaltung arbeitet. Auch hier ist der AC-30 etwas besonderes, da dieser ohne Gegenkopplung auskommt. Viele Verstärker von Marshall, Fender und Co. verwenden Gegenkopplungen („Prescence“) zwischen PI und der Sekundärseite des Ausgangüberträgers. Trotzdem ist der Klirrfaktor der Endstufe auffallend gering. Bei größer werdenden Aussteuerung steigt die Verzerrung allmählich an und nicht sprunghaft, wie bei Verstärkern mit einer starken Gegenkopplung.

Die Endstufen (zwei mal zwei parallel geschaltete EL84 Endstufenpentoden) sind in einer ClassAB Konfiguration mit gemeinsamen Kathoden-Widerstand geschaltet. Es hält sich immer noch das Märchen, dass der Vox AC-30 ein ClassA PP Verstärker sei, was aber nicht stimmt. Sogar der „Vater“ des AC-30 gab zu Protokoll: „The VOX AC-30 … uses a Class A configuration.“, obwohl im original Schaltplan für die Kathodenspannung der Endstufe zwei Werte (unbelastet, Vollaussteuerung) angegeben sind, was eine ClassA PP Konfiguration ausschließt. Somit kann man den Hype um den AC-30 definitiv als tollen Werbegag entlarven!

Auch das Netzteil verdient eine Erwähnung, da die Betriebsspannung für die vier Endstufenröhren direkt an der Kathode der Gleichrichterröhre entnommen wird. Somit ist das ein stark welliger Gleichstrom, was bei geringer Aussteuerung keine Probleme bereitet, aber bei großer Aussteuerung zu Amplitudenmodulationen führen kann.

Baugeschichte:

Der Bau dieses Verstärkers war ein Langzeitprojekt, das am Ende des zweiten Semesters im Schuljahr 08/09 begann und erst im Januar 2010 beendet wurde. Vor dem Bau gingen einige Wochen intensive Planung voraus, denn es mussten noch einige Fragen beantwortet werden. Wo bekomme ich alle Bauteile her? Wo kann ich mir mein selbst entworfenes Chassis fertigen lassen?
Nachdem alle Fragen beantwortet waren, konnte ich mit dem Bau beginnen. Das Bild „Chassis1“ zeigt das Chassis auf dem bereits alle nötigen Bauteile montiert sind. „Grundaufbau1“ zeigt den Aufbau der verschiedenen Lötleisten, Röhrensockeln und Transformatoren. Nach drei Arbeitstagen war der erste vollständige Aufbau fertig. Wie man sehen kann herrscht im Gehäuse Chaos. Kabel waren nicht verdrillt, Kabelwege waren viel zu lange, die Sternmasse war unzureichend und viele Bauteile waren nicht durch Schrumpfschläuche gesichert. Deswegen war es kaum verwunderlich, dass ein Kurzschluss irgendwo in der Schaltung dem Spaß ein jähes Ende bereitete.
All diese Fehler wurden im zweiten Aufbau beseitigt, siehe „Aufbau2“. Die Zuleitungen zur Gleichrichterröhre (einziger Okal Sockel) wurden verdrillt, um benachbarte Kabel nicht durch Magnetfelder zu stören, die Anodenzuleitung für die Endstufen wurde durch ein geeignetes abgeschirmtes Kabel ersetzt, die Sternmasse wurde durch eine kleine Lötleiste elegant ersetzt und einige Bauteile wurden ordnungsgemäß mit Schrumpfschläuchen gesichert. Von da an funktionierte der Verstärker teilweise.
Monate vergingen bis ich wieder Zeit fand die Endstufe zu erneuert. Dazu verwendete ich eine einreihige Lötleiste, die ich über den Sockeln montierte, um die Widerstände elegant und sicher zu befestigen (siehe „Aufbau3“). Dieses System hat sich definitiv bewährt! Es wurden auch die Symmetrierungswiderstände für die Röhrenheizung ergänzt, die endlich das starke Rauschen und Brummen beseitigten. Trotzdem sind die Kabelwege zu den Vorstufen noch viel lang und auch die Lage des Tone-Stacks waren sehr ungeschickt gewählt, da viele Kabel parallel zu einander verliefen und somit die Gefahr der Einstreuung sehr groß war.

Während einer längeren Pause baute ich den Pre-Amp zusammen, der auch auf Anhieb funktionierte, an dem aber ständig von mir „fein-geschraubt“ wird.

Deswegen bekam ich einen Tipp, wie ich die Kabellängen deutlich kürzen könnte. Somit verschob ich das Haupt-Board um 5cm in Richtung des Oktal Sockels. Dadurch wurden die Kabelwege zu den Sockeln der Vorstufenröhren um mehr als 50% kürzer. Ich vertauschte darüber hinaus die Position der Potentiometer für den Tone-Stack und konnte dadurch unglaublich viel Kabelweg sparen. Man kann den Unterschied ganz deutlich zwischen den Bildern „Aufbau4 4“ und „Aufbau3 2“ erkennen. Ich installierte auch die Modifikationen, die man auf dem Bild mit Zoom erkennen kann. Dies ist nun der fertige Verstärker, mein AC-30 alias „Fat Toni“.

Neue Plan mit den Mods, die den AC-30 nun richtig rockig machen:
SchemNeu




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